Gefahren durch falsch verstandenes Netzwerken
Gepostet von Roland Panter am 6. Mai 2009 in Leistungen, Network Relations, Social Networks | 4 Kommentare
Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf eine Netzwerkveranstaltung und reden nur mit Menschen, die Sie bereits kennen. Gut, entweder sind Sie sehr bekannt oder Sie machen grad einen Kardinalfehler. Genau, wie man meine Aussage natürlich nicht pauschal gelten lassen kann – es gibt immer Gründe etwas anders zu machen.
Dennoch, viele Fehler entstehen durch falschen Ehrgeiz, mangelnde Medienkompetenz und Unerfahrenheit. Dazu gesellen sich diverse Stilblüten des menschlichen Charakters. Und ich könnte jetzt schon resümieren: Alles nicht so schlimm.
Aber!
Jeder von uns macht Fehler, wenn er sich auf neues Terrain begibt. Diese Fehler sind wichtig für eigene Erfahrungen und das situative Urteilsvermögen. Da ist es auch egal, ob man zu den Vorsichtigen oder den Ungestümen gehört. Fehler machen am Anfang alle. Jedoch ist ein Fehler beim Netzwerken selten Existenzbedrohend. Ich sage hier bewusst selten, denn es gibt natürlich Momente, in denen man alles auf eine Karte setzt und durch einen kleinen Fehler evtl. (alles) verliert. Das ist jedoch eher selten der Fall.
Welche Fehler kann man beim Netzwerken machen?
Es sind die gleichen Fehler, die im realen Leben über Sympathie, Antipathie und die vielen Zwischenstufen entscheiden: Zu laut, zu fordernd, zu unangenehm. Und das gilt im realen Treffen genauso, wie beim Netzwerken im Internet. Jeder Beitrag, den man in einer Gruppe, einem Blog oder Microblog veröffentlicht, ist ein Abbild der eigenen Persönlichkeit. Zumindest wird er so betrachtet, denn die Summe Ihrer Beiträge ermöglicht es anderen Usern Sie zu beurteilen. Das ist im realen Treffen ungleich Facettenreicher, denn Themen wie Kleidung, Körpersprache, Geruch, Lautstärke und andere Faktoren kann man in einem Online-Medium in der Regel nicht wahrnehmen.
Unangenehme Charaktereigenschaften, wie Egoismus, Egozentrik, Besserwisserei und auch die berühmte Forenpolizei fallen dagegen auch Online schnell auf. Und wer es nicht schafft, diese Charaktereigenschaften auszublenden oder produktiv einzusetzen wird schnell isoliert oder vermutlich sogar deutliche Ablehnung erfahren.
Genauso wichtig ist es, an den richtigen Stellen zu Netzwerken. Ein Beispiel: Als BMW-Fahrer habe ich es im Audi-Netzwerk vermutlich schwer, Zustimmung für meine Meinung zu erhalten. Im BMW-Netzwerk dagegen wird es spielend einfach sein, interessante Gespräche zu finden. Am falschen Ort zur falschen Zeit … ärgerlich.
Aufmerksamkeit erzeugen – aber nicht um jeden Preis
Brian Solis sagte heute bei der Next09 in Hamburg sinngemäß „Aufmerksamkeit wird die wichtigste Währung“ (Hier ein Artikel zu seinem Vortrag). Nur, wer wirklich Botschaften hat, wird Aufmerksamkeit erzeugen und eine eigene Persönlichkeit entwickeln.
Viele machen den Fehler das Verhalten von vermeintlichen Idolen und Vorreitern zu kopieren. Und überall gibt es Listen mit Dingen, die man tun und lassen soll. Aber so einfach ist es dann doch nicht. Eine billige Kopie des Idols ist und bleibt eine billige Kopie. Nur mit der eigenen und individuellen Persönlichkeit kann man langfristig punkten. Und gerade Persönlichkeiten haben im Regelfall sehr viel mehr Facetten, als diese mitunter kuriosen „Do & Don’t“-Listen. Was allerdings nicht ausschließt, dass die grundsätzliche Tendenz der Vorschläge auf den meisten Listen richtig gut ist.
Man hat es also selbst in der Hand, ob man die Öffentlichkeit in den Netzwerken – sei es real oder im Internet – für sich nutzen kann. Ob man vielleicht berühmt und anerkannt wird oder zu trauriger Berühmheit gelangt.
Der größte Fallstrick: Soziale Systeme sind nicht berechenbar
Unberechenbare Reaktion innerhalb sozialer Systeme können Ihre Netzwerkarbeit enorm behindern. Sie können zum Beispiel beim Online-Netzwerken an einen dieser „Forenpolizisten“ oder „Besserwisser“ geraten, die nur mit KO-Argumenten um sich schmeißen und es im wesentlichen auf Zerstörung anlegen. Da ist guter Rat teuer und gute Vorbereitung um so wichtiger. Grundsätzlich kann man in diesem Moment sagen: Alle Handlungen einstellen und nicht auf diese Person eingehen. Jede öffentliche Diskussion dieser Art wird Ihnen schaden, denn hier geht es nicht mehr um Inhalte. Dazu gilt der unter Onlinern sehr beliebte Satz: Don’t feed the Trolls – geben Sie diesen Charaktären kein weiteres Futter, keine neue Angriffsfläche.
Neu ist bei diesem Aspekt, dass man bislang meinte, diese Angriffe passieren nur in der anonymen Welt der Nicknames. Spätestens seit Xing wissen wir jedoch auch, dass diese Unart auch unter Realnamen praktiziert wird. Erfahrene Community Manager, wie zum Beispiel Silke Schippmann von Xing können ein Lied davon singen. Alle unangenehmen Charaktereigenschaften sind Online genauso präsent, wie im realen Leben. Sie treten vereinzelt sogar noch intensiver auf, da man ja aus einer vermeintlich sicheren Deckung schießt. Darauf sollte man vorbereitet sein.
Netzwerken sollte Spaß machen
Wer offen und mit Freude netzwerkt, wird eben solche Erfahrungen machen. Wer Verbissenheit an den Tag legt, wird auch dies erfahren. Somit könnte man die Reaktionen auf das Netzwerken als einen Spiegel der eigenen Verhaltensmuster betrachten. Viel Spaß!
Gerne beraten wir Sie für den strategischen und professionellen Einsatz von Netzwerken. Sprechen Sie uns an.
Danke, Sie sprechen mir aus der Seele!
Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag!
Sehr schöner Aber-Post zum vorangestellten Resümee. Aber Soziale Netzwerke im Web sind immer noch neu für die meisten Internet Nutzer. Für manche die nicht viel mit dem PC zu tun haben, werden sie es vielleicht immer bleiben.
Das schönste an den neuen Medien ist doch, dass jeder sich selber erst einmal die Nase stoßen kann, wenn er auf eigene Faust loslegt.
Die Regeln und Do&Dont Listen die inzwischen wie Pilze aus der Festplatte sprießen, widersprechen sich meist so heftig, dass es reine Glücksache ist, die zu einem passende Liste zu befolgen.
Die sicherste Methode als Neuling im Online Marketing erfolgreich zu starten, ist es daher, wie in allen Marketing Bereichen, einen Profi zu bezahlen. Da kommt dann im Ergebnis mehr dabei heraus als rein gegeben wurde.