Relevanzmaße für Social Media
Gepostet von Roland Panter am 14. Februar 2009 in Forschung, Social Networks | Kommentare deaktiviert
Die Arbeitsgemeinschaft Social Media (AGSM) veröffentlichte folgenden Beitrag zum Thema Relevanzmaße für Social Media:
Social Media sind anders. Soviel ist klar. Von traditionellen Medien unterscheiden sie sich vor allem durch ihre Dialog-Möglichkeiten und die Nutzer, die nicht nur passiv konsumieren, sondern sich aktiv einbringen. Die Teilnahme am Dialog fordert die Nutzer dazu auf, aktiv Position zu beziehen und eine Entscheidung hinsichtlich der persönlichen Identifikation zu treffen.
Klassische Reichweitenmaße, wie Unique Visitors, Page Visits und Page Impressions übersehen diese Qualität und greifen damit als Measurement-Strategie zu kurz. Viele Phänomene und Prozesse in Social Media lassen sich damit nicht abbilden. Aber wie werden sie greifbar diese Besonderheiten? Was charakterisiert ein erfolgreiches Blog? An welchen Merkmalen ist der Erfolg einer Community messbar? Was macht Social Media als Werbeplattformen – sofern dies gewünscht ist – interessant?
Dies sind zentrale Fragestellungen der Arbeitsgemeinschaft Social Media, die hiermit sowohl Mitglieder als auch andere Spezialisten und Interessenten einlädt bei der Entwicklung einer passenden Social-Media-Measurement-Strategie mitzumachen. Alle Betreiber von Social-Media-Angeboten, Produzenten von Social-Media-Inhalten, Kommunikationsdienstleister, Forscher und Techniker im Bereich der Social Media sind hiermit aufgerufen ihre Ansichten, Erfahrungen und Kenntnisse zum Thema „Relevanzmaße für Social Media“ beizusteuern, um damit eine standfeste Grundlage für die weitere Relevanzmessungs-Debatte in Deutschland und möglicherweise international zusammen zu tragen.
Ziel ist, die Relevanzmessung für Social Media als Konzept genauer zu beschreiben und ihre Besonderheiten messbar zu machen. Aus den Diskussionsbeiträgen entstehen Vorschläge für eine Messung als Ergänzung zu den gängigen Reichweitenmaßen, die am 17. Februar in einer Expertenrunde diskutiert werden sollen.
Network Relations beteiligt sich an dieser Diskussion mit der Durchführung einer kleinen Umfrage. Die Frage nach der besten Methode zur Reichweite-Ermittlung von Blogs und Microblog-Accounts wurde von den Teilnehmern unterschiedlich beantwortet. Nach wie vor wird die Summe der Page-Impressions und unterschiedlichen Betrachter hoch bewertet, orientiert sich das doch an klassischen Messgrößen aus dem Printbereich. Aber auch der externe Reputation über Backlinks und Verweise wird hohe Bedeutung zugemessen. Ein weiterer sehr hoch bewerteter Faktor ist die Menge der Kommentare und Replies innerhalb von Blogs, Gruppen oder Foren. Hier müssten zusätzliche qualitative Kriterien berücksichtigt werden, was bei unserer Umfrage nicht abgefragt wurde. Als weitere Bewertungskriterium wurde das Suchmaschinenranking relativ hoch bewertet. Dies beruht vermutlich auf der Annahme, dass Suchmaschinen bereits interne Relevanzmaßstäbe ansetzen, die man auf die tatsächliche Relevanz einzelner Angebote übertragen kann. Unklar ist für uns die Frage, ob Suchrelevanz tatsächlich auch inhaltliche Relevanz bedeutet.
Die enorme Vielfalt der Ansätze findet sich auch in der Aussage von immerhin 13 % der Befragten wider, die zurzeit keine optimale Möglichkeit erkennen können. Die “Wahrheit” liegt sicher irgendwo in der Summe der Möglichkeiten. Hier setzen Angebote wie zum Beispiel Seitwert an. Webseiten werden dort nach verschiedenen Kriterien durchleuchtet. Neben technischen Details werden zum Beispiel Social Bookmarks und auch Häufigkeit von Suchtreffern ausgewertet. Das könnte die Basis für eine funktionierende Relevanzbewertung sein, die jedoch immer noch zusätzlich mit qualitativen Maßstäben angereichert werden sollte.
Ziel muss es sein, einen standardisierten Bewertungs-Algorithmus für die Relevanzbewertung zu entwickeln, der tatsächlich vergleichbare Größen ermittelt. Wir halten Sie über die Fortschritte auf dem laufenden.