Das Internet teilt die Republik

Wer bei der Überschrift an die alte Ost-West-Trennung denkt, liegt daneben. Das Internet spaltet Deutschland in Menschen, die es aktiv nutzen (können) und die Menschen, die keinen Internetzugang haben. Für aktive Internetnutzer ist es fast unvorstellbar ohne das Netz zu leben, geschweige denn, dass man sich vorstellen kann, das andere es nicht nutzen. Aber etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung gehört zu denen, die keinen Zugriff auf das Internet haben (Siehe ARD/ZDF-Onlinestudie 2009).

Internet ergänzt zunehmend klassische Medien
Die klassischen Medien, also Printmedien, Radio und Fernsehen, setzen vermehrt darauf, zusätzliche Informationen im Internet anzubieten. Wer also nur auf die klassischen Medien zugreifen kann, hat häufig nur erschwert die Möglichkeit sich mit ergänzenden Hintergrundinformationen zu versorgen. Eine gefährliche Tendenz, denn mit Information geht Bildung einher und bereits jetzt ist die Bildungselite im Netz anzutreffen (Siehe hier).

Aber auch alltägliche Dinge, wie der Handel mit Waren, die Urlaubsbuchung, der Preisvergleich über das Internet ist heute ebenso selbstverständlich, wie Kommunikation über Email und Social Networks. Jedoch nur für jene, die drin sind, im Internet. Damit verbunden steigen die Nachteile für Menschen ohne Zugang zum Internet. Dazu kommen noch aufzuholende Erfahrungen in Bezug auf Medienkompetenz für das Internet.

Die Älteren sind auf dem Vormarsch
Würde man vermuten, dass überwiegend junge und technikaffine Personen das Internet nutzen, steht dem nicht erst seit diesem Jahr ein anderer Trend entgegen. Immer mehr Personen über 50 Jahre nutzen das Internet täglich. Das zeigt, das eben nicht nur die digital Natives – also jene Generation, die bereits mit dem Internet aufgewachsen ist – das Internet als Informationsquelle nutzt.

Politik hat ein gespaltenes Verhältnis zum Internet
Das Internet ermöglicht auch auf der politischen Ebene eine neue Form der Mitsprache. Spiegel Online veröffentlichte dazu einen treffenden Artikel (Zum Artikel) und auch im Handelsblatt-Blog wird kritisch die Stimme erhoben (Zum Beitrag). Dort ist es als Generationskonflikt beschrieben, jedoch handelt es sich letztendlich sich eher um Anwender und Nichtanwender, die von der Politik wahrgenommen werden oder eben nicht.

Heute haben es die Internetnutzer relativ einfach, sich in Fragen politischer Meinungen Gehör zu verschaffen. Das kann zu Verzerrten Bildern führen, denn es entsteht schnell der Eindruck, das jene, die man am deutlichsten vernimmt eine Mehrheit repräsentieren. Als Ergebnis kann das bedeuten, dass das politische Geschehen eher vom Online-Deutschland beeinflusst wird, als den Bürgern ohne Internetanschluss.

Resümee: Internet muss für alle zugänglich sein!
Die Lösung für diese Nachteile kann man nur mit einer allgemeinen Zugänglichkeit des Internets erreichen. Politik und Bürger müssen begreifen, das Internet genauso zu den relevanten Medien gehören, wie Tageszeitung und das Radio- oder Fernsehprogramm.

Open Social hat höchste Priorität bei Xing

Gestern starteten die ersten Applikationen auf der Open Social Schnittstelle von Xing. Mit „Xing News“ und „Xing-Mitglieder fragen“ gingen die ersten beiden Applikationen in die öffentliche Beta-Test-Phase (Xing Blog-Beitrag zu den beiden neuen Applikationen). Ende Mai soll die ersten externen Funktionen offiziell eingeführt werden.

Der Standard Open Social wurde von Xing mitbegründet. Das von Xing übernommene Unternehmen Socialmedian zeichnet für die beiden jetzt gestarteten Applikationen verantwortlich. Weitere Apps sollen von externen Unternehmen eingebunden werden, so, wie man das schon von Facebook kennt.

Auslandsexpansion in Bezug auf Übernehmensübernahmen gestoppt

Laut dem Mediendienst Kress geht das einher mit einem Stopp der Auslandsexpansion von Xing (Zum Artikel). Xing investiert damit in das Produkt, statt in das weitere globale Wachstum. Das bedeutet einerseits ein klares Bekenntnis zum Standort Europa und zugleich einen Wechsel der Unternehmensstrategie, denn bislang war alles auf maximales Wachstum getrimmt. 

Wechsel der Strategie macht Sinn

Betrachtet man die großen Social Networks, kommt man schnell zu dem Schluss, dass dieser Strategiewechsel sinnvoll sein kann. Das amerikanische Netzwerk LinkedIn, das vom Fokus her ebenfalls auf Businesskontakte zielt, hat große Probleme in Europa. Xing dagegen schafft keine nachhaltige Marktdurchdringung in den USA. Die kulturellen Unterschiede scheinen zu groß. Hier mit weiteren Akquisitionen zu punkten ist schwer. Facebook dagegen gewinnt mit seiner offenen Struktur auch in Europa mehr und mehr Kunden und ist seit langer Zeit das größte Netzwerk der Welt.

Spannend ist die Frage, ob der Strategiewechsel von Xing einen Schritt in Richtung einer Fusion mit LinkedIn bedeuten kann. Was meinen Sie?

Dezentrales Social Network

Die TU Darmstadt stellt dieses Jahr eine sichere Plattform für Online-Communities auf Grundlage der Peer-to-Peer-Technologie vor. Das Java-basierte Programm wurde von den Entwicklern sinngemäß auf den Namen “LifeSocial.KOM” getauft.

Eine dezentrale Infrastruktur bietet Vorteile

Als Infrastruktur dient dabei die Vernetzung der Teilnehmerrechner, was diverse Vorteile sowohl für die Betreiber, als auch für die Nutzer beinhaltet. So wird der Missbrauch von Daten durch die dezentrale Infrastruktur erschwert, da Daten nur über einen Schlüsselcoad abgerufen werden können, wobei dieser ausschließlich vom Nutzer verwaltet wird. Für die Codierung werden hierbei neueste kryptografische Methoden angewand.

Geteilte Kosten sind bessere Kosten

Die dezentrale Infrastruktur minimiert zudem die Kosten für die Betreiber erheblich. Sie können auf alle Teilnehmer verteilt werden und sind dann für jeden einzelnen so gering, dass sie meist bereits durch die Internet-Flatrate abgedeckt sind.

Flexibilität ist alles

Somit bietet LifeSocial.KOM für seine Nutzer neben den Diensten bekannter Anbieter, auch weitere Tools. Es können dabei Fotos hochgeladen, Gruppen gebildet und natürlich Profile ebenso angelegt werden, wie die Verwaltung von Daten. Die Plugin-Struktur ist dabei leicht und komfortabel erweiterbar. Damit hat die TU Darmstadt ihr Ziel, eine Plattform zu kreieren, die eine direkte Interaktion ihrer Nutzer begünstigt und die Kosten für die Betreiber minimiert erreicht.

Mehr Infos: www.lifesocial.org

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