Abmahnung wird Eigentor

Der erste September bedeutet für einen Sportartikelhersteller aus dem Bundesliga-Sponsorenumfeld eine Menge negativer Öffentlichkeit. Wie kommt es dazu? In einem Blog entdeckt das Unternehmen einen Beitrag, der das neue Logo des Unternehmens eher negativ thematisiert. Das Unternehmen mahnt mittels Anwalt den Blogger ab, der den Beitrag darauf von seinem Blog löscht. Thema erledigt, könnte man meinen. Aber Irrtum, der Anwalt entdeckt eine Kopie des Beitrages innerhalb eines nicht vom Blogger beeinflussbaren Suchdienstes und droht dem Blogger nun mit schwerwiegenden Konsequenzen. Und wie geht es nun weiter?

Der Streisand Effekt als PR-Supergau

Bis heute war mir der Streisand Effekt nicht vor Augen. Inzwischen weiß ich, dass dieser Effekt eine Umkehr der eigentlichen Absicht bedeutet. Die Schauspielerin Barbara Streisand wollte verhindern, dass eine Aufnahme ihres Küstenhaus in einem Fotobuch publiziert werden sollte. Nebenwirkung darauf war ein großes Medienecho. Statt wenig oder keiner Öffentlichkeit hatte Streisand nun mit einer großen Öffentlichkeit zu tun. Und selbes ist nun dem oben genannten Sportartikelhersteller passiert.

Der zugrunde liegende Wunsch eine vermeintlich negative Darstellung zu entfernen, führte zu einer umfangreichen Berichterstattung innerhalb des Inernet. Siehe zum Beispiel hier: Beitrag auf Netzpolitik.org oder hier: Beitrag auf Netzwertig.de. Ursache? Das ungeschickte und von Unkenntnis zeugende Vorgehen der Anwälte des Unternehmens. Statt Schweigen im Blog herrscht nun große und deutlich wahrnehmbare Aufregung. Das wiederum bedeutet für das Unternehmen negative Reputation, die sogar das Geschäft schädigen kann, denn sogar in der Google-Suche wurde das Unternehmen nun durch die Berichterstattung in Blogs von Platz 1 der Ergebnisliste verdrängt.

Wie kann man solche Situationen lösen?

Lassen Sie es nicht soweit kommen. Für Unternehmen ist es ratsam, vor der anwaltlichen Drohkulisse einfach mal den direkten Draht zum Blogger zu suchen. Kein Blogger hat vermutlich das ernsthafte Interesse durch Abmahnungen negative Auswirkungen zu haben. Aber auch Souveränität kann eine Lösung sein. Publizierte Kritik sollte Unternehmen auffordern besser zu werden. Kritik kann in Innovationsprozesse innerhalb von Unternehmen einfließen. Eine Folge davon kann wiederum sein, dass der Kritiker sich ernst genommen fühlt und das ebenso mitteilt. Diesmal als deutlich wahrnehmbares Lob. So kann man aus Kritik etwas positives anstoßen und dabei helfen Gutes noch besser zu machen.

Und sollte der Anwalt dann doch unumgänglich sein (diese Fälle gibt es natürlich auch), sollten Unternehmen darauf achten, dass die Kanzlei umfassende Erfahrungen mit dem Medium Internet hat. Selbst, wenn man als Unternehmen in seiner Beurteilung recht hat, kann es sinnvoll sein hier sensibel zu agieren. Denn die Öffentlichkeit im Internet reagiert – wie oben beschrieben – sehr sensibel und mit großer Reichweite. Lassen Sie es nicht soweit kommen.

Ziele von Network Relations

Das Ziel von Network Relations ist, strategisch geplante Beziehungen zwischen Unternehmen und Nutzern von Sozialen Netzwerken aufzubauen, zu pflegen und zu intensivieren. Außenwahrnehmung, Glaubwürdigkeit und den Bekanntheitsgrad von Unternehmen und Produkten werden aufgebaut, gestützt oder im Sinne des Unternehmens beeinflusst. Kurz, man soll über Sie sprechen und das möglichst mit Ihren Worten.

Als ein Bereich der Öffentlichkeitsarbeit steht dabei die Vermittlung von Informationen im Vordergrund. Genau, wie bei der klassischer Pressearbeit/PR wird eine Öffentlichkeit direkt oder indirekt angesprochen. Unterschiedliche Informationen werden vermittelt (Siehe auch: Einsatzmöglichkeiten für Network Relations).

Es wird ein modernes, auf sozialen Medien basierendes Empfehlungsmarketing installiert. Die Empfehlung wiederum ist die wertvollste Werbung für Ihre Produkte und Leistungen. Von Mensch zu Mensch.


Add to Technorati Favorites


Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de