Twitterwachstum stagniert in Deutschland
Das Wachstum des Microblogging-Dienstes Twitter stagniert erstmals auch in Deutschland (Quelle: webevangelisten). In den Vormonaten hatte der Dienst noch deutliche Wachstumsraten, im Oktober erstmals nicht. Damit passt sich auch das Deutsche Nutzerverhalten dem Internationalen Trend an (Mehr Infos).
Neu bei Twitter: Listen
Ein neues Feature seit wenigen Tagen sind die Twitterlisten. Diese bieten die Möglichkeiten Twitter-Accounts nach Genres zu sortieren und so gezielter Informationen in Kanäle aufzuteilen. Listen können dabei auch von Fremden abonniert werden. Ob diese Funktionen tatsächlich einen Mehrwert bedeutet kann ich im Moment nicht sagen.
Facebook teilt die Timeline – und die Meinungen
Ebenfalls den Drang Informationen in der Timeline besser zu strukturieren verspürt das Netzwerk Facebook. Hier wird seit kurzem die Timeline aufgespalten. Anders als bei Twitter über Listen ist der Nachrichtenstrom für den Nutzer jedoch nicht konfigurierbar. Und auch die Trennung basiert nicht unbedingt auf logischen Mustern. Hier entsteht der Eindruck, als wolle Facebook die Hohheit über die Informationen zurückgewinnen und klar bestimmen, welche Anwendungen Informationen in die Timeline abstrahlen dürfen. Das ist aus User-Sicht sicher noch zu überarbeiten.
Soziale Netzwerke wachsen weiter rasant
Das beachtliche Wachstum der Sozialen Netzwerke geht weiter. Das Businessnetzwerk LinkedIn vermeldete gestern den Durchbruch der 50-Millionen-Marke und hat damit fast 6% Wachstum seit Anfang September (Quelle: Mashable). Aber auch die anderen Netzwerke wachsen kontinuierlich.
Facebook mit über 300 Millionen Usern
Bereits am 15. September verkündete Facebook-Gründer Mark Zuckerberg den 300 Millionsten User bei Facebook (Siehe Facebook-Blog). Beeindruckend fast 100 Millionen Nutzer davon kommen allein aus den USA, wie der bekannte Technologieblog Techcrunch am 13. Oktober berichtete (Zum Blog-Beitrag).
Twitter mit 240.000 deutschsprachigen Usern
Auch der Microblogging-Dienst Twitter wächst weiter, stagniert aber seit einiger Zeit bei den Unique-Visitors. Hier liegt der Wert knapp unter 25.000.000 (Siehe Compete-Chart). Im deutschsprachigen Raum sind es inzwischen rund 240.000 User, wie Thomas Pfeiffer von den Webevangelisten ermittelte (Siehe Blog-Beitrag). Damit liegt das monatliche(!) Wachstum ebenfalls bei ca. 7 %. Erstaunlich ist, dass Twitter sehr gemischte Gefühle hervorruft, anders als die Sozialen Netzwerke polarisiert Twitter sehr stark. Bislang in Deutschland noch ohne Folgen für das Wachstum.
Xing mit 900.000 neuen Usern im ersten Halbjahr 2009
Das deutsche Business-Netzwerk Xing verzeichnete im ersten Halbjahr 2009 einen Zuwachs von 900.000 Mitgliedern. Die Zahl der Mitglieder steigt damit bei über 8 Millionen. Das sind allerdings erst die Halbjahreszahlen (Quelle). Die Zahlen für das 3te Quartal sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht.
Ist Twitter nur der Flurfunk der Medienbranche?
Eine aktuelle Studie von Fittkau und Maass kommt zu folgendem Ergebnis:
Die Medien-Hype um Mikro-Blogs wie Twitter und Jaiku findet kein Ende. Die Branche bejubelt den neuen, großen Trend und den »140-Zeichen-Wahn«. Fittkau & Maaß untersuchte im Rahmen der aktuellen W3B-Studien die tatsächliche Verbreitung von Mikro-Blogs – und fand dabei heraus, dass die Branche vorwiegend sich selbst bejubelt.
Denn nach wie vor liegt der Nutzungsgrad von Mikro-Blogs im deutschsprachigen Internet auf einem eher bescheidenen Niveau. Nur 3% der Nutzer lesen oder schreiben mindestens einmal pro Woche Kurznachrichten per Mikro-Blogging. Insgesamt knapp 6% tun dies einmal pro Monat. Zum Vergleich: Zum monatlichen Nutzerkreis von Wikis zählen rund zwei Drittel der Nutzer, über 40% sind mindestens einmal pro Monat in Social Networks wie StudiVZ oder Facebook unterwegs. Foto- und Video-Communities, Weblogs und Frage-Antwort-Portale erreichen allesamt über 20% monatliche Nutzer.
Weiter heißt es:
Twitter: Brancheninternes Gezwitscher?
Ein Ergebnis, dass den Fittkau & Maaß-Forschern ins Auge fiel, ist die Branchenzugehörigkeit der Twitter-Nutzer: »Unter den berufstätigen Mikro-Bloggern arbeiten überproportional viele in der Branchen EDV, Medien/Verlagswesen sowie Multimedia/Internet. Jeder dritte Mikro-Blogger ist in einer dieser Branchen berufstätig. In der Gesamtnutzerschaft ist es nicht einmal jeder achte«, so Susanne Fittkau von Fittkau & Maaß. Sie wertet die auffällige Branchenverteilung als Hinweis darauf, dass das Twittern eine ganz bestimmte Zielgruppe anspricht – und zum heutigen Zeitpunkt keinen Kommunikationsweg für die breite Masse der Internet-Nutzer darstellt.ie Zielgruppe der Mikro-Blogger: Klein, aber fein
Während Bekanntheits- und Nutzungsgrad bei Twitter eher überschaubar ausfallen (70% Bekanntheit und 16% Nutzung in der Gesamtnutzerschaft), präsentiert sich die Zielgruppe mit einem interessanten Profil:
Die Nutzer von Mikro-Blogs sind im Vergleich zum Internet-Durchschnitt recht jung. Fast zwei Drittel unter ihnen sind unter 40 Jahre alt, in der Gesamtnutzerschaft sind dies weniger als die Hälfte. Sie fallen durch eine ausgesprochen hohe Computer- sowie Web 2.0-Affinität auf: So finden sich unter den Twitterern zum Teil doppelt so viele Nutzer von Weblogs, Networks und Co. als im Internet-Durchschnitt. Ebenfalls typisch für sie ist, dass die meisten Mikro-Blogger wesentlich trendorientierter und kommunikativer sind als der typische Internet-Nutzer. So geben unter den Twitterern rund 40% an, dass sie »Produktneuheiten meist sehr früh« kaufen. In der Gesamtnutzerschaft sind dies nur 20%. Und während 30% der Twitter von sich sagen »Ich stehe gern im Mittelpunkt«, so sind es im Internet-Durchschnitt nur 17%.
Wie ist diese Studie zu bewerten? Funktioniert Twitter nur als Flurfunk der Medienbranche? Was meinen Sie?
Ergänzung 31.07.2009: Dazu auch ein/e aktueller Beitrag/Studie auf Heute.de
