Gepostet von Roland Panter am 29. April 2009 in Studien | 5 Kommentare
Laut einer Studie (zur Studie) von David Martin (Vice President, Primary Research, Nielsen Online) verstehen nur 4 von 10 Nutzern das Medium Twitter zu nutzen. Oder, wie es die FAZ beschreibt „Dämpfer für Twitter: 60 Prozent der Nutzer kehren nicht zurück“ (zum Artikel).
Die sogenannte Retention-Rate von 40% sei zu niedrig, um Twitter mehr als 10% Marktanteil in der gesamten Internetgemeinde zu bescheren, so David Martin. Facebook und MaySpace hatten in Ihren Wachstumsphasen zum Vergleich eine etwa doppelt zu hohe Retention-Rate. Kritiker bemängeln aber, dass Nielsen nur die direkten Zugriffe über die Website misst. Gerade Fortgeschrittene User nutzen jedoch häufig externe Programme, wie z. B. Tweetdeck, zum twittern.
Unbestritten ist, dass die Popularität des Angebotes weiter zunimmt. Das mitunter mit dem Preis der Belanglosigkeit, denn nicht jeder der twittert hat auch wirklich etwas zu sagen.
Ich glaube, “allein” bei Twitter einzusteigen, ist schwierig. Benefit und Sinn erschließen sich nicht sofort. Man muss sich reinfinden. Wird einem nicht unter die Arme gegriffen oder legt man nicht sofort selbst souverän los, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man der Sache nach drei Tagen den Rücken kehrt.
Wer ein Blog betreibt und viele andere Blogs liest – und damit einen wenigstens kleinen Einstiegspunkt findet, tut sich wesentlich leichter als der, der bei Null anfängt.
Trotzdem… ist Twitter nicht immer noch ein bisschen in den Anfängen? Das kommt schon, irgendwann.
Den derzeitigen Stand als Dämpfer zu bezeichnen, empfinde ich als überzogen.
Natürlich wächst Twitter, das bestreitet niemand.
Auch hier die Frage: Was heißt denn bitte “kehren nicht zurück”? Daß sie sich gar nicht mehr einloggen? Daß sie nicht mehr aktiv twittern? Daß sie auch nicht mehr passiv ihre Timeline lesen? Daß sie nicht mehr followen? Was ist mit DMs? Sorry, aber bevor diese Fragen nicht gekehrt sind, ist die Aussage “Twitter begeistert nur 4 von 10 Neubenutzern” völlig aus der Luft gegriffen und hochspekulativ.
Ich vermute, dass es um aktive User vs. verwaiste Accounts geht. Müsste man den Autoren der Studie fragen.
Hallo,
wenn Nielsen ausschließlich die Zugriffe auf die Website misst, machen sie einen kapitalen Fehler.
Allein im deutschsprachigen Raum nutzten 45% der aktiv twitternden User die Website *nicht* direkt, sondern twittern ausschließlich vom Desktop (bspw. über TweetDeck) oder einen mobilen Client (z.B. Tweetie).
http://webevangelisten.de/twittersources/
Diese 45% sind wohl eher fortgeschrittene User. Diese außen vor zu lassen verfälscht das Ergebnis beträchtlich.