Unterschiedliche Nutzung Sozialer Netzwerke

Seit langem steht die Frage im Raum, welches wohl zukünftig das große, globale und omnigenutzte Netzwerk sein wird. Diese Frage ist auch heute noch nicht klar zu beantworten, aber es sind Tendenzen zu erkennen. Es scheint nicht auf die Dominanz eines Anbieters hinauszulaufen.

Facebook, LinkedIn und Xing werden parallel, aber unterschiedlich genutzt

Im Moment ist der Trend zu beobachten, dass die Netzwerke eher unterschiedlich genutzt werden. Man plaudert mit seinen privaten Freunden eher bei Facebook und trifft sich mit seinen geschäftlichen Freunden und Kunden eher bei LinkedIn und Xing. Überschneidungen sind dabei natürlich vorhanden. Und auch die Ausprägung dieser Differenzierungen sind noch sehr unterschiedlich.

Das Universalnetzwerk gibt es nicht

Grundsätzlich haben alle Netzwerke den Wunsch, alle Kontakte einer Person innerhalb des Netzwerkes zu vereinen. Egal ob privat, beruflich, flüchtige Bekanntschaften oder Beste Freunde. So richtig funktionieren tut das aber bei keinem der Netzwerke, da man ja nicht allen Kontaktgruppen identische Informationen über sich zukommen lassen möchte. Also entsteht bei vielen Nutzern irgendwann der Wunsch, unterschiedliche Kontaktgruppen auch differenziert mit Informationen zu versorgen. Das funktioniert am einfachsten, in dem man Kontakte in den verschiedenen Netzwerken clustert und so in jedem Netzwerk eine etwas andere Identität abbildet. Ich selbst habe das am vergangenen Wochenende begonnen und meinen Facebook-Account stärker auf mein privates Umfeld fokussiert. Dabei habe ich einige eher geschäftlich orientierte Kontakte gelöst, die eben nicht in diese inhaltliche Klammer “Privat” passen. Das wiederum gab sehr unterschiedliche Reaktionen. Von absolutem Unverständnis, über gekränkte Eitelkeit, bis hin zu “Kein Problem” war alles dabei.

Im Vorfeld Gedanken über die Nutzung eines Netzwerkes machen

Um solche Reaktions-Szenarien, die durchaus geeignet sind eine langwährende Web2.0-Fehde zu begründen von vorn herein zu vermeiden, sollte man die spätere Nutzung der Netzwerke planen. Wie möchte ich das Netzwerk nutzen und welche Kontakte sind dafür sinnvoll? Ist es eine gute Idee wirklich jede Kontaktanfrage zu bestätigen? Oder sollte ich sehr sorgsam mit meinen Kontakten umgehen? All diese Fragen sollte man beantworten können, wenn man ein Netzwerk lange und unter Klarnamen nutzen möchte.

Was bedeutet es für mich, wenn ein Kontakt gelöst wird?

Es wird immer wieder vorkommen, das Kontakte zu Ihnen anonym oder mit Mitteilung gelöst werden. Deshalb sollten Sie nicht in Panik verfallen. In den seltensten Fällen verbirgt sich dahinter eine bösartige Absicht. Meistens organisiert der Nutzer seine Netzwerke in so einem Fall neu. Dabei werden häufig alle bestehenden Kontakte neu bewertet und auf Nutzen hinterfragt. Je besser die Bindung zu Ihrem Kontakt, desto unwahrscheinlicher sind Sie betroffen. Und das ist auch eine gute Schlussformel für diesen Artikel: Achten Sie auf Ihre Kontakte.

6 Kommentare

  1. Volker h. Davids says:

    Die Trennung der Netzwerke nach der Art der Beziehung halte ich auch für wichtig. Ich nutze Xing für geschäfltiche Kontakte. Anfangs war Facebook bei mir auch ein Mix. Im Oktober habe ich bei Facebook aufgeräumt. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen, da gerade “berufliche” Kollegen es ziemlich persönlich nehmen, wenn sie nur Beruf sind. Das zeichnete sich schon ab, als ich einen zweiten “privaten” Twitteraccount aufgesetzt habe, um auch hier eine klare Trennung zu schaffen.
    Diese Doppelung käme für mich bei Facebook nicht in Frage, es ist eh schon alles unübersichtlich genug bei Facebook, da brauch ich nicht noch einen zweiten Account (beruflich/privat)

  2. Sascha Krummbiegel says:

    mittlerweile sind auch projekte in der mache, bei denen man seine identiäten sammeln kann und kontaktimport und zusamengefasstes streaming aus anderen netzwerken ermöglicht wird. bin vor einigen tagen über http://yiid.com gestolpert, wo das teilweise schon funktioniert. das löst zwar auch nicht die beruflich/privat problematik, ein interessanter trend ist es aber allemal…

  3. Reinhard Matern says:

    Für Menschen, die es aus der Vergangenheit noch gewohnt sind, öffentlich einsehbare Foren zur Kontaktaufnahme und -pflege zu nutzen, stellt sich die Frage nach der Nutzung moderner Social Media unter Umständen etwas anders. Ich handhabe Communities wie Xing und die abonnierten Gruppen ausschließlich als öffentliches Portal, geschäftlich und privat vertraue ich hingegen auf den Austausch von eMails bzw. oder auf Telefonate. In einem solchen Fall wird die Frage nach der Anzahl und einer Kategorisierung von Kontakten letztlich zu einer nach Übersichtlichkeit und Effizienz. Welcher Art die Kontakte sind, bleibt davon unberührt.

  4. widjet, Tina says:

    Facebook: wird hauptsächlich privat genutzt, Freundanfragen, von Personen, die ich nicht kenne, werden ignoriert. Alte Freundschaften sind Gold wert!
    XING: wird hauptsächlich beruflich genutzt, Anfragen von “Kontaktesammlern” werden ebenfalls freundlich ignoriert. Gute Kontakte sind wichtig für beruflichen Erfolg!
    Twitter: hier kommt alles zusammen – der berufliche Account wird auch für Privates genutzt

  5. christoph woerner says:

    ich beobachte, dass alle nutzer sich auf einem unterschiedlichen erkenntnisstand befinden, was die nutzung von social media angeht. die einen haben sich gerade erst bei facebook angemeldet und an ihren aktivitäten ist der social-media-first-contact-enthusiasmus deutlich zu erkennen. die anderen sind schon wieder dabei, kontaktlisten zu entrümpeln und das social-media-behaviour grundsätzlich zu überdenken.

    ich meine, die zukunft wird zeigen, dass kein social medium geeignet ist, um rein “private” daten zu veröffentlichen. es ist gilt grundsätzlich die transparenz des internets mit all seinen vorzügen und nachteilen jederzeit zu bedenken.

    ich habe keinerlei probleme damit, jedweden kontakt in meine kontaktlisten, sei es xing, facebook oder was auch immer aufzunehmen, denn ich bedenke bei jeder meiner aktionen im internet die motivation, mit der ich social media betreibe: zur öffentlichkeitsarbeit. ich versuche niemals etwas dem internet preiszugeben, was ich eigentlich nur meine freunde wissen lassen mag. das heisst allerdings nicht, dass ich kontakte nicht wieder auch entferne, wenn ich sie später als irrelevant oder störend einstufe.

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